Barrierefreiheit in Luxembourg

Assistive Technologien: Welche Hilfsmittel erleichtern den digitalen Zugang?

Der Zugang zu Informationen und digitalen Medien ist für Menschen mit Beeinträchtigungen oft schwierig oder nicht möglich. Die Probleme betreffen zum Beispiel die Motorik, die Sinneswahrnehmung, die kognitiven Fähigkeiten oder die Sprache. Assistive Technologien helfen, diese Barrieren zu überwinden: Sie erleichtern die Kommunikation oder machen sie erst möglich. Der Begriff „assistive Technologie“ kommt aus dem Englischen und bezeichnet Hilfsmittel, Systeme und Dienstleistungen, die Menschen mit Beeinträchtigungen in allen Lebensbereichen unterstützen, in der Schule, bei der Arbeit, in der Freizeit und zu Hause. Dieser Artikel stellt die wichtigsten assistiven Technologien der digitalen barrierefreien Kommunikation vor.

Ein Hilfsmittel ist nur so gut wie die Website, die es nutzt

Das W3C weist mit seiner Initiative für Web-Barrierefreiheit (WAI) darauf hin, dass assistive Technologien nur dann wirksam funktionieren, wenn Websites und Dokumente selbst technisch barrierefrei gestaltet sind. Gestalten Sie Ihre Dokumente und Websites deshalb nach den Barrierefreiheitsstandards: So können Menschen, die assistive Technologien nutzen, Ihre Informationen vollständig wahrnehmen.

Das Thema ist alles andere als eine Randerscheinung: Laut dem ersten globalen Bericht zu assistiven Technologien, der 2022 von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und UNICEF veröffentlicht wurde, benötigen weltweit mehr als 2,5 Milliarden Menschen mindestens ein Hilfsmittel, eine Zahl, die bis 2050 auf 3,5 Milliarden steigen soll.

Ein weiter Begriff mit vielfältigen Anwendungen

Beispiele für assistive Technologien sind:

  • elektronische Geräte und Programme wie Sprachcomputer, Bildschirmlese- oder Vergrößerungssoftware;
  • Hilfsmittel wie Rollstühle, Stifthalter oder Hörgeräte;
  • bauliche Hilfen wie Rampen oder Aufzüge;
  • Dienstleistungen zur Auswahl und Nutzung von technischen Hilfsmitteln.

Der Begriff wird in verschiedenen Ländern unterschiedlich verwendet: Im Deutschen meint man damit oft Hard- und Software zur barrierefreien Nutzung von Informationstechnologien (Computer, Tablets, Smartphones).

Einen Computer ohne Maus steuern

Menschen mit motorischen Beeinträchtigungen können oftmals keine herkömmliche Computermaus bedienen. Hier einige Alternativen:

  • Bildschirm-Tastatur, bedient mit Maus, Joystick oder Touchscreen;
  • Zeigegeräte, gesteuert mit Mund, Kopf, Kinn oder Füßen;
  • Taster, für Menschen, die ein beliebiges Körperteil gezielt einsetzen können;
  • Kopfsteuerung, bei der eine Kamera Kopfbewegungen in Mausbewegungen umwandelt;
  • Augensteuerung, oft zusammen mit Kommunikationssoftware genutzt für Menschen mit starken motorischen Einschränkungen.

Anders lesen, schreiben und hören

  • Bildschirmlesesoftware (Text-To-Speech – TTS): liest Texte laut vor, sodass Menschen mit Sehbehinderungen oder Leseschwächen sie hören können.
  • Spracherkennungssoftware (Speech-To-Text – STT): wandelt gesprochene Sprache in Text um, hilfreich für Menschen mit Hörschädigung.
  • Vergrößerungssoftware: vergrößert die Darstellung und erlaubt oft, Farben und Kontraste anzupassen.
  • Braillezeile: eine Screenreader-Software wandelt Bildschirmtexte in Brailleschrift um, die ertastet werden kann.
  • OCR-Texterkennung: ermöglicht Computern, Text in Bilddateien wie Scans zu erkennen und in lesbare Dateien umzuwandeln.

Quellen

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