Lesen fällt manchen Menschen schwer. Bilder können dabei helfen, Informationen leichter zu verarbeiten und einen Text besser zu verstehen. Fotos, Zeichnungen, Piktogramme, Emojis oder Diagramme haben jeweils eine unterschiedliche Funktion und passen zu unterschiedlichen Zielen. Ein falsch gewähltes oder schlecht eingebundenes Bild kann aber auch Verwirrung stiften. Dieser Artikel erklärt die verschiedenen Bildarten, wie man sie wirkungsvoll in einem Text einsetzt und warum Alternativtexte in digitalen Medien unverzichtbar bleiben.
Alternativtext als durchgängiges Prinzip
In digitalen Medien sollten Bilder und Grafiken mit einem Text beschrieben werden, sofern sie nicht rein dekorativ sind. Dieser sogenannte Alternativtext hilft Menschen, die Bildinhalte nicht oder nur unzureichend erkennen können, ein Screenreader liest ihn vor. Wichtig, auch dekorative Bilder müssen als solche gekennzeichnet werden. Ein Bild ist dekorativ, wenn es keine zusätzlichen Informationen liefert, die für das Verständnis des Textes notwendig sind. Dieses Prinzip entspricht dem WCAG-Erfolgskriterium 1.1.1 („Nicht-Text-Inhalt“), das ein textliches Äquivalent für jeden informationstragenden Nicht-Text-Inhalt verlangt.
Fünf Bildarten, fünf Funktionen
Welche Bildart genutzt wird, hängt von Zweck und Zielgruppe ab. Zum Beispiel sollten für Erwachsene keine Kinderzeichnungen verwendet werden.
- Fotos stellen etwas realistisch dar: Alltagssituationen, Körperteile, Personen, Emotionen, Gegenstände und Orte.
- Zeichnungen erklären Abläufe, zum Beispiel Gebrauchsanweisungen oder Anleitungen in den Bereichen Gesundheit, Soziales oder Umwelt.
- Diagramme helfen, komplexe Informationen darzustellen, vorausgesetzt, es gibt ausreichenden Kontrast und eine klare Legende.
- Piktogramme sind einfache Symbole für ein Objekt, ein Konzept oder eine Situation. Mit Text sind sie leichter verständlich; ihre Bedeutung muss aber zuvor erlernt werden.
- Emojis stellen Gefühle oder eine Atmosphäre dar und können eine Empfehlung ausdrücken.
Bewährte Praktiken beim Einsatz von Bildern
- In einem Dokument sollte immer dasselbe Bild für denselben Gegenstand verwendet werden.
- Der Zusammenhang zwischen Text und Bild muss klar sein: das Bild soll nah am zugehörigen Text stehen, ohne ihn zu verdecken.
- Wichtige Elemente können hervorgehoben werden, zum Beispiel durch Vergrößerung oder das Umkreisen eines Details.
- Bilder sollen eine klare Nachricht vermitteln, leicht verständlich und farbig sein, mit gut erkennbaren Motiven, ruhigen Hintergründen und deutlichen Kontrasten. Unnötige Details vermeiden.
Gut zu wissen
Ein Bild kann je nach Alter, Herkunft und sozialem Hintergrund der Zielgruppe unterschiedlich interpretiert werden. Deshalb sollte der Bezug zum Text immer klar sein.
Quellen
- Leitfaden für Medienschaffende in Luxemburg – CCDH
- Bebilderung, Akzent.lu
- Erfolgskriterium 1.1.1, Nicht-Text-Inhalt, W3C WAI

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