Soziale Medien sind heute ein wichtiger Teil unseres Lebens: Wir nutzen sie, um uns zu informieren, Erlebnisse zu teilen und in Kontakt zu bleiben. Deshalb ist es wichtig, dass niemand von ihrer Nutzung ausgeschlossen wird. Auch Menschen mit Behinderungen sollen Posts, Bilder und Videos auf Social Media wahrnehmen, verstehen und nutzen können. Seit Juni 2025 verstärkt der European Accessibility Act zudem die Verpflichtungen von Kommunikationsdiensten in diesem Bereich. Dieser Artikel erklärt, wie barrierefreie Posts entstehen und welche Fehler zu vermeiden sind.
Eine gesetzliche Pflicht, vor allem aber ein Anliegen der Inklusion
Viele Unternehmen und Organisationen sind inzwischen gesetzlich verpflichtet, ihre digitalen Angebote barrierefrei zu gestalten, das betrifft auch soziale Medien. Vor allem aber gilt: Barrierefreie Inhalte sind inklusiv, erreichen mehr Menschen und schaffen echte Teilhabe. Je früher Sie beginnen, barrierefrei zu posten, desto besser.
Was sollten Sie vermeiden?
Verwenden Sie keine Online-Tools, die Texte in „fettes“ oder „kursives“ Format umwandeln: Diese erzeugen Sonderzeichen, die assistive Technologien nicht korrekt vorlesen können oder vollständig ignorieren. Vermeiden Sie auch falsche Spalten mit Leerzeichen und Zeilenumbrüchen: Was visuell wie Spalten aussieht, wird von Screenreadern als Fließtext, Zeile für Zeile, vorgelesen und dadurch unverständlich. Schreiben Sie Texte immer in der Reihenfolge, in der sie gelesen werden sollen.
Fünf bewährte Praktiken für barrierefreie Posts
Einfache und klare Sprache nutzen
Formulieren Sie kurze Sätze, erklären Sie Fachbegriffe, vermeiden Sie Jargon und strukturieren Sie lange Texte mit Absätzen.
Hashtags richtig einsetzen
Hashtags können für Bildschirmlesegeäte schwer verständlich sein. Verwenden Sie nicht zu viele und setzen Sie sie ans Ende des Posts. Schreiben Sie zusammengesetzte Wörter mit großen Anfangsbuchstaben (Camel Case): #BarrierefreieSozialeMedien statt #barrierefreiesozialemedien. Ohne diese Großschreibung versucht ein Screenreader, den Hashtag als ein einziges durchgehendes Wort statt als mehrere einzelne Wörter zu lesen.
Emojis bewusst verwenden
Bildschirmlesegeäte lesen jedes Emoji als Text vor, gemäß seiner offiziellen Unicode-Beschreibung. Verwenden Sie Emojis sparsam, vorzugsweise am Satzende, und vermeiden Sie lange Emoji-Ketten.
Videos mit Untertiteln versehen
Ohne Untertitel können nur Menschen, die ausreichend hören, ein Video verstehen. Untertitel helfen Menschen mit Hörbeeinträchtigung, Menschen, die ohne Ton schauen, und Menschen, die die Originalsprache nicht beherrschen. Die meisten Plattformen bieten automatische Untertitel an: überprüfen Sie diese immer auf Rechtschreibung, Inhalt und Timing.
Alternativtexte für Bilder verwenden
Beschreiben Sie Bilder mit Alternativtexten, die unter anderem von Bildschirmlesegeäten vorgelesen werden. Ein guter Alternativtext beschreibt kurz und knapp, was zu sehen ist, nennt die wichtigsten Informationen zuerst und bleibt sachlich. Anders als bei Websites sind Bilder auf sozialen Medien selten rein dekorativ: Deshalb sollte fast immer ein Alternativtext hinzugefügt werden. Beispiel: Statt „Gewinnerfoto“ besser „Das Gewinnerfoto des Fotowettbewerbs: Eine Frau in einem roten Kleid steht lächelnd vor einem Bürogebäude.“
Quellen
- Barrierefreie Soziale Medien, Akzent.lu
- Soziale Netzwerke und digitale Barrierefreiheit, Entwicklungen 2025, Access42
- Hashtags, Accessible Social

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