Leichte Sprache ist eine stark vereinfachte Variante einer Sprache, geschaffen als Mittel zur kommunikativen Teilhabe, um Menschen mit Lernschwierigkeiten die Teilhabe an Informationen zu ermöglichen. Sie ist keine natürliche Sprache, sondern eine künstlich geschaffene und stark regulierte Sprache, deren Entwicklung in Europa vor allem von der Interessenvertretung Inclusion Europe vorangetrieben wurde. In Luxemburg gibt es mehrere Stellen, die Texte in Leichter Sprache erstellen und prüfen. Dieser Artikel stellt die wichtigsten Regeln und die luxemburgischen Akteure vor.
Leichte Sprache immer bevorzugen, auch ohne Prüfung
Kann eine Prüfung durch eine Prüfgruppe nicht stattfinden, sollten Texte trotzdem in Leichter Sprache verfasst werden, so wird der größtmögliche Zugang zu Informationen gewährleistet.
Wer prüft Texte in Leichter Sprache in Luxemburg?
Um das Verständnis zu sichern, wird eine Prüfung durch eine Prüfgruppe aus Menschen mit Lernschwierigkeiten empfohlen. Ein geprüfter Text kann das Logo von Inclusion Europe für Leichte Sprache tragen. In Luxemburg gibt es derzeit:
- das Atelier isie der APEMH, das Texte in Deutsch, Französisch und Englisch prüft;
- die Prüfgruppe Op der Schock, spezialisiert auf Tourismus;
- den Service Leichte Sprache des Centre pour le développement intellectuel (CC-CDI), ausschließlich für den schulischen Bereich.
Der Dienst Klaro der APEMH bietet zudem Beratung und Fortbildungen in Leichter Sprache für alle Interessierten an.
Drei Kategorien von Regeln
Texte in Leichter Sprache sind inhaltlich kürzer als Standardtexte, da eine Informationsauswahl für Menschen mit geringerer Aufmerksamkeitsspanne notwendig ist.
Layout
- Serifenlose Schrift, Zeilenabstand 1,5, linksbündiger Text.
- Ein Satz pro Zeile; Bilder und Piktogramme zur Unterstützung des Verständnisses.
Satzbau
- Kurze Sätze mit 8 bis 10 Wörtern, eine Information pro Satz, Subjekt-Verb-Objekt-Struktur.
- Aktive und positive Formulierungen statt Passiv oder Verneinung.
Wortschatz
- Einfache Wörter, gleiche Wörter für gleiche Dinge; Fachbegriffe erklären.
- Abkürzungen, Metaphern und Akronyme vermeiden.
- Zahlen und Daten einfach darstellen („3 Bücher“ statt „drei Bücher“).
Ursprung und Anerkennung der Leichten Sprache
Das Konzept der Leichten Sprache existiert für verschiedene Sprachen: „FALC“ für den französischsprachigen Raum, „Easy-to-Read“ für den englischsprachigen Raum. Die Interessenvertretung Inclusion Europe, die sich europaweit für die Rechte von Menschen mit Beeinträchtigungen einsetzt, hat die Entwicklung der Leichten Sprache in Europa maßgeblich vorangetrieben und ein Regelwerk mit dem Titel „Information for all“ (2010) erarbeitet. Seit 2014 wird Leichte Sprache auch sprachwissenschaftlich untersucht. Für die deutsche Leichte Sprache gibt es zudem die Norm DIN SPEC 33429.
Quellen
- Leichte Sprache, Akzent.lu
- Inclusion Europe
- Information for all, European standards for making information easy to read and understand, Inclusion Europe

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