Barrierefreiheit in Luxembourg

Unterstützte Kommunikation: Sich ausdrücken, wenn Lautsprache nicht ausreicht

Manche Menschen können nicht oder nur eingeschränkt sprechen, aufgrund einer angeborenen Behinderung, einer Krankheit oder eines Unfalls. Unterstützte Kommunikation (UK) hilft diesen Menschen dabei, sich auszudrücken und am gesellschaftlichen Leben teilzuhaben. Dieser Artikel stellt die verschiedenen Formen der UK vor, erklärt ihre Bedeutung und nennt Anlaufstellen in Luxemburg.

Anlaufstellen in Luxemburg

In Luxemburg unterstützt die APEMH Menschen, die Unterstützte Kommunikation nutzen, im Rahmen mehrerer Dienste. Spezialisierte Zentren wie das Zentrum für Unterstützte Kommunikation (ZUK) bieten darüber hinaus Informationsmaterial und praktische Beratung für den Alltag.

Ein grundlegendes menschliches Bedürfnis

Jeder Mensch hat das Bedürfnis, sich mitzuteilen und in Kontakt zu treten. Ohne passende Kommunikationsmöglichkeiten ist die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben stark eingeschränkt, ein selbstbestimmtes Leben dann oft unmöglich. Unterstützte Kommunikation schafft gleichberechtigte Kommunikationschancen und ermöglicht es Menschen, ihre individuellen Bedürfnisse und Gedanken auszudrücken, und dadurch Teilhabe zu erreichen. Laut ISAAC (International Society for Augmentative and Alternative Communication) umfasst UK die Gesamtheit der Werkzeuge und Strategien, die eine Person nutzt, um ihre täglichen Kommunikationsbedürfnisse zu erfüllen.

Drei Kategorien von Kommunikationsmitteln

Man unterscheidet zwischen körpereigenen Kommunikationsformen und externen Hilfsmitteln (Gegenstände oder elektronische Geräte).

Einfache und komplexe elektronische Hilfsmittel

Sprechende Taster oder kleine Sprachhilfen mit Papierdeckblättern können direkt (durch Zeigen) oder indirekt (über Scanning-Verfahren mit speziellen Sensoren) bedient werden. Sprachcomputer (Talker) wandeln Symbole, Buchstaben oder Wörter in gesprochene Sprache um; ihre Ansteuerung kann individuell angepasst werden: spezielle Taster (Fuß, Kopf, Mund), angepasste Computermäuse, Pointer und Joysticks, oder Augensteuerung per Kamera.

Nicht-elektronische Hilfsmittel

  • Kommunikationstafeln und Kommunikationsordner: übersichtliche Sammlungen grafischer Symbole
  • Grafische Symbole: Fotos, Zeichnungen, Piktogramme, Schriftzeichen
  • Kommunikationshefte: Ich-Bücher, Tagebücher, Kalender mit wichtigen persönlichen Informationen

Grafische Symbole können einzeln genutzt werden oder fest auf Tafeln bzw. in Büchern angeordnet sein. Durch Zeigen (mit dem Finger, den Augen oder speziellen Hilfsmitteln) lassen sich ganze Sätze bilden.

Körpereigene Kommunikationsformen

  • Lautsprache und Laute
  • Nonverbale Ausdrucksweisen: Mimik, Gesten, Blicke, Zeigebewegungen, Körperspannung und Körperbewegungen
  • Gebärden aus der Deutschen Gebärdensprache oder speziellen Gebärdensammlungen: lautsprachunterstützende Gebärden, lautsprachbegleitendes Gebärden, oder taktiles Gebärden (der Sender gebärdet, der Empfänger ertastet)

Vorhandene Fähigkeiten ergänzen und stärken

In einigen Fällen ist die Lautsprache nicht vorhanden oder nur wenig entwickelt. Hat eine Person zusätzlich eine körperliche Beeinträchtigung, können oft auch manuelle Ausdrucksformen nicht genutzt werden. UK ersetzt vorhandene Fähigkeiten nicht, sondern ergänzt und verstärkt sie: Je nach Situation können unterschiedliche Methoden miteinander kombiniert werden, mit dem Ziel, die Verständigung im Alltag zu erleichtern und zu verbessern.

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