Barrierefreiheit in Luxembourg

Kategorie: Kommunikation

  • FALC vs Leichte Sprache vs Liicht Sprooch – Die Mehrsprachigkeit in Luxemburg

    FALC vs Leichte Sprache vs Liicht Sprooch – Die Mehrsprachigkeit in Luxemburg

    Eine Sprache reicht nicht mehr aus

    Luxemburg ist eines der mehrsprachigsten Länder in Europa. Die luxemburgische Bevölkerung wächst schon lange nicht mehr durch Geburten, sondern durch Einwanderung. Dies hat eine direkte Konsequenz: Leichte Sprache muss auch multilingual sein.

    Die Situation heute: Hauptsächlich Deutsch

    In Luxemburg wird aktuell vor allem die deutsche Leichte Sprache benutzt, weil das luxemburgische Schulsystem historisch immer stark auf Deutsch aufgebaut war. Luxemburger können Deutsch lesen, auch wenn es nicht ihre Muttersprache ist. Daher ist Leichte Sprache die meist benutzte Form von Leichter Sprache im Land.

    FALC: Für die französischsprachigen Mitbürger

    Neben der deutschen Leichten Sprache wird auch FALC (Facile à lire et à comprendre) – auch oft Facile à lire genannt – immer wichtiger. Die Redaktionsgruppe von Guichet.lu hat seit 2019 Texte in Leichter Sprache publiziert, und 2022 auch die ersten Merkblätter in FALC.

    FALC macht Informationen auf Französisch einfacher und verständlicher – besonders für Menschen mit Behinderung, Legastheniker, ältere Menschen oder Personen, die nicht gut Französisch können.

    Mehrsprachige Schulen und französischsprachige Kinder

    Seit vielen Jahren gibt es in Luxemburg immer mehr internationale und französischsprachige Schulsysteme. Viele Kinder lernen dort Französisch als Hauptsprache, nicht Deutsch. Es ist also wichtig, dass das französische FALC und auch die englische Leichte Sprache „easy language“ einen Platz in unserer Sprachlandschaft bekommen.

    Leichte Sprache auf Luxemburgisch: Noch Luft nach oben

    Bis jetzt gibt es keine offiziell definierte Leichte Sprache auf Luxemburgisch. Die Sprache ist orthografisch und grammatisch nicht immer einfach, was die Schaffung klarer Regeln kompliziert macht.

    Allerdings arbeitet Klaro zusammen mit dem Zentrum für die luxemburgische Sprache (ZLS) an der Entwicklung von Regeln für eine luxemburgische Leichte Sprache. Diese Regeln sollen bis Ende 2025 definiert werden.

    Es ist eine große Herausforderung, weil viele Menschen nicht viele Lese- und Schreibkompetenzen im Luxemburgischen in der Schule gelernt haben. Trotzdem wird die Nachfrage immer größer.

    Konsequenzen im Alltag

    1. Guichet.lu in verschiedenen Sprachen Guichet.lu publiziert Texte sowohl in Leichter Sprache als auch in FALC. Dies geschieht in Kooperation mit Klaro.

    2. Empfehlungen von Klaro Klaro empfiehlt, Texte in beiden Varianten anzubieten – also in Leichter Sprache und in FALC. Die Auswahl hängt aber immer von der Zielgruppe ab.

    3. Luxemburgische Spezifitäten Auf Luxemburgisch werden oft Wörter aus dem Französischen und aus dem Deutschen abgeleitet. Oft sind auch die luxemburgischen Wörter anders als ihre ausländischen Originale. Zum Beispiel „Chamberwalen“ anstatt „Parlamentswahlen“. Daher ist eine lokale Anpassung von Texten wichtig.

    Die Zukunft: Drei Leichte Sprachen

    In der Zukunft sollte Luxemburg drei Hauptformen von Leichter Sprache haben:

    1. Leichte Sprache (Deutsch) – aktuell die meist benutzte
    2. FALC (Französisch) – wichtig für die französischsprachige Bevölkerung
    3. Liicht Sprooch (Luxemburgisch) – noch in Entwicklung

    Aktuelle Entwicklungen

    Accessilingua – Künstliche Intelligenz für Leichte Sprache Im Rahmen eines Appel à Projets des Digitalisierungsministeriums wurde 2024 ein Projekt ausgewählt, um ein Tool mit künstlicher Intelligenz (AI) zu entwickeln. Dieses Tool soll bei der Erstellung von Leichter Sprache helfen. Die ersten Resultate sind vielversprechend, aber alle Texte brauchen noch immer eine menschliche Prüfung vor der Validierung.

    Wichtige Botschaften

    ✅ Mehrsprachigkeit ist eine Stärke, keine Schwäche. Luxemburg soll Leichte Sprache in verschiedenen Sprachen anbieten, um die Diversität der Bevölkerung zu respektieren.

    ✅ Luxemburgisch braucht Regeln. Die Entwicklung klarer Regeln für eine luxemburgische Leichte Sprache ist ein essenzieller nächster Schritt.

    ✅ Qualität vor Quantität. Alle Texte, egal in welcher Sprache, sollen von qualifizierten Prüfern validiert werden.

    Quellen:

  • Audiodeskription: Wie Filme und Videos für sehbeeinträchtigte Menschen zugänglich werden

    Bei einer Audiodeskription wird mündlich beschrieben, was in einem Film, Video oder bei einer Live-Veranstaltung visuell zu sehen ist, damit sehbeeinträchtigte und blinde Menschen den Inhalt verstehen können. Die Beschreibungen werden in die Pausen der Tonspur eingefügt, zwischen den Dialogen, um wichtige Geräusche der Handlung nicht zu überlagern. In Luxemburg wie in der gesamten Europäischen Union müssen Anbieter audiovisueller Mediendienste die Barrierefreiheit ihrer Programme heute kontinuierlich verbessern – Audiodeskription gehört dazu. Dieser Artikel erklärt, wie eine Audiodeskription entsteht, welche Regeln für ihre Erstellung gelten und wie Sie sie für Ihre eigenen Inhalte umsetzen lassen können.

    Das Bild in Worte fassen

    Bei einer Audiodeskription wird mit Worten beschrieben, was das Publikum sehen kann. So bekommen Menschen mit einer Sehbeeinträchtigung die visuellen Eindrücke eines Films oder einer Veranstaltung erklärt. Audiodeskriptionen gibt es für Filme und Videos sowie für Live-Veranstaltungen: Die Live-Audiodeskription (Live-AD) beschreibt spontan, was gerade passiert – zum Beispiel bei einem Theaterstück, Konzert, Sportereignis oder einer Konferenz.

    In diesem Artikel geht es um Audiodeskriptionen für Filme und Videos: Wichtige visuelle Elemente werden mit Worten beschrieben und in die dialog- und tonfreien Sequenzen des Films eingefügt. Das Ergebnis ist ein Film zum Anhören, deshalb auch „Hörfilm“ genannt.

    Ein Recht mit internationaler und europäischer Grundlage

    Das Recht auf Zugang zu Kultur, Freizeit und Medien für Menschen mit Behinderung ist in der 2006 verabschiedeten UN-Behindertenrechtskonvention verankert: Artikel 30 verpflichtet die Vertragsstaaten, geeignete Maßnahmen zu ergreifen, damit audiovisuelle und kulturelle Werke in barrierefreien Formaten zugänglich sind – dazu zählt auch die Audiodeskription.

    Seit März 2021 gilt in Luxemburg ein Gesetz zur Umsetzung der europäischen Richtlinie über audiovisuelle Mediendienste, das neue Barrierefreiheits-Pflichten für Anbieter von Fernseh- und Video-on-Demand-Diensten mit Sitz in Luxemburg einführt. Die Autorité luxembourgeoise indépendante de l’audiovisuel (ALIA) fordert diese Anbieter auf, die Barrierefreiheit ihrer Programme für Menschen mit Seh- oder Hörbeeinträchtigung kontinuierlich und schrittweise zu verbessern. Konkret müssen die Anbieter entsprechende Aktionspläne erstellen und der ALIA alle drei Jahre einen Bericht über deren Umsetzung vorlegen – Audiodeskription und Untertitelung zählen zu den betroffenen Maßnahmen.

    Vom Skript zur Studioaufnahme

    Die Beschreibung muss in die Dialoglücken des Originaltons passen und darf handlungsrelevante Geräusche und Soundeffekte nicht überlagern. Deshalb wird eine AD als sogenannter „timed text“ erstellt: Der AD-Text ist zeitlich auf den Film abgestimmt.

    Hierzu muss ein präzises AD-Skript erstellt werden. Der Hörfilm-Autor oder die Autorin ermittelt zunächst dialog- und soundfreie Sequenzen des Films, definiert anhand von Timecodes, und textet für jede Sequenz eine treffende Beschreibung. Da soundfreie Sequenzen meist nur wenige Sekunden dauern, werden vorrangig jene bildlichen Informationen beschrieben, die zum Verständnis des Films zwingend nötig sind. Das Skript wird anschließend von einem Redakteur oder einer Redakteurin sprachlich und inhaltlich geprüft.

    Im Anschluss folgt die Sprachaufnahme: In einem Tonstudio spricht ein professioneller Sprecher oder eine Sprecherin die AD ein, unter der tontechnischen Leitung eines Sounddesigners. Ein Hörfilmredakteur achtet darauf, ob sich an das Skript gehalten wird, ob Namen korrekt ausgesprochen werden und ob die Betonung stimmt. Der Sounddesigner erstellt schließlich einen Audio-Mix aus der eingesprochenen AD und dem Originalton. Die finale Fassung wird als separate Audiospur veröffentlicht, die über den Medienplayer oder eine App aktiviert werden kann.

    Die AD-Regeln: neutral, präzise, vollständig

    Über die Jahre haben sich in Europa länderspezifische Richtlinien zum Texten von Audiodeskriptionen entwickelt. Für den deutschen Sprachraum haben die öffentlich-rechtlichen Sender Deutschlands, Österreichs und der Schweiz 2015 einheitliche Leitlinien veröffentlicht. Hier eine Übersicht einiger dieser AD-Regeln:

    • Die AD antwortet auf die Fragen „Wer, wo, was, wann?“
    • Die AD beschreibt das „Wie“: Merkmale von Personen zu Beginn des Films (Haar- und Hautfarbe, Alter, Kleidung usw.), Merkmale von handlungsrelevanten Schauplätzen und Gegenständen (Stil, Einrichtung, Farben usw.)
    • Die AD ist neutral formuliert; sie erklärt, bewertet und interpretiert nicht
    • Der Ursprung uneindeutiger Geräusche wird beschrieben

    Audiodeskription in Auftrag geben – und von Anfang an mitdenken

    Eine professionelle Audiodeskription für einen Film oder ein Video zu erstellen, ist eine Expertentätigkeit: Es braucht Fachleute aus Textproduktion, Redaktion, Einsprechen und Sounddesign. Einige Medienproduktionsfirmen haben sich auf das Erstellen von Audiodeskriptionen spezialisiert. Wir raten Ihnen daher, die Audiodeskription für Ihren Film bzw. Ihr Video bei einem spezialisierten Anbieter in Auftrag zu geben, statt sie selbst zu improvisieren.

    Sie sind gerade dabei, ein Skript für Ihren Imagefilm zu erstellen, und möchten diesen auch für sehbeeinträchtigte und blinde Menschen barrierefrei gestalten? Dann denken Sie die Audiodeskription von Anfang an mit: Gestalten Sie den Originalton bzw. das Voiceover so, dass er Beschreibungen inhaltsrelevanter Bilder direkt enthält. So müssen Sie nachträglich keine kosten- und zeitintensive Audiodeskription in Auftrag geben.

    Quellen

  • Barrierefreie Word- und PDF-Dokumente: Die wichtigsten Regeln

    Barrierefreie Word- und PDF-Dokumente: Die wichtigsten Regeln

    Dokumente wie Word und PDF sind allgegenwärtig und ein wichtiges Mittel, um Informationen zu veröffentlichen. Es ist wichtig, dass alle Menschen sie lesen können: Bewährte Praktiken und rechtliche Verpflichtungen verlangen, dass nur eine einzige Version eines Dokuments existiert und für alle zugänglich ist, statt einer separaten Version für Menschen mit Behinderungen. Die Barrierefreiheit eines Dokuments hängt sowohl von seiner technischen Struktur als auch von der Klarheit seines Inhalts ab. Dieser Artikel erklärt, welches Referenzdokument in Luxemburg gilt und wie man ein Dokument barrierefrei gestaltet, inhaltlich wie technisch.

    Mehr als Technik: ein verständlicher Inhalt

    Technische Barrierefreiheit allein reicht nicht aus: Auch der Inhalt muss verständlich sein. Für Zielgruppen mit besonderen Lesebedürfnissen lohnt es sich, eine Fassung des Dokuments in Leichter Sprache oder in Einfacher Sprache anzubieten.

    Für wen ist ein barrierefreies Dokument wichtig?

    Für alle. Hier einige Beispiele von Personen, für die die Barrierefreiheit eines Dokuments unerlässlich ist:

    • eine sehbehinderte oder blinde Person;
    • eine Person, die ein anderes Gerät als eine Tastatur und Maus benutzt, um einen Computer zu bedienen;
    • eine Person, die ein automatisches Übersetzungstool braucht, um Dokumente zu lesen.

    Drei technische Hebel

    Beschreibung nicht-textlicher Elemente

    Für alle Elemente im Dokument, die kein Text sind und Informationen enthalten, muss sichergestellt werden, dass diese Informationen auch als Text vorhanden sind. Zum Beispiel: einen Alternativtext zu einem Bild hinzufügen oder die Informationen einer Grafik im Text beschreiben.

    Lesbarkeit des Textes

    Die Schrift muss groß genug sein und die Farben ausreichenden Kontrast haben. Genaue Normen legen die Mindestwerte fest.

    Struktur mit Formatvorlagen

    Das Dokument muss mit Formatvorlagen (Überschriften, Absatzformaten) strukturiert werden, statt das Aussehen des Textes nur optisch zu ändern. Diese Struktur ermöglicht es Screenreadern, durch das Dokument zu navigieren und seine Gliederung zu verstehen.

    Das RAPDF, luxemburgisches Referenzdokument für PDF

    Für PDF-Dokumente hat Luxemburg ein eigenes Referenzdokument entwickelt, das RAPDF. Es umfasst 46 Prüfkriterien und ermöglicht die Überprüfung, ob ein PDF-Dokument der Sektion 10 (Non-Web-Dokumente) der europäischen Norm EN 301 549 entspricht. Es gibt zudem Video-Tutorials, die Schritt für Schritt zeigen, wie man barrierefreie Word- und PDF-Dokumente erstellt.

    International stützt sich die ISO-Norm PDF/UA (ISO 14289-1) auf das Matterhorn Protocol der PDF Association, das 136 Nichtkonformitätsbedingungen in 31 Prüfpunkten zusammenfasst. Diese Methodik wird unter anderem vom kostenlosen Werkzeug PAC (PDF Accessibility Checker) umgesetzt.

    Quellen

  • Das Easy-to-Read Logo – Wie bekommt man es?

    Das Easy-to-Read Logo – Wie bekommt man es?

    Ein kleines Logo mit großer Bedeutung

    Wenn Sie ein Dokument in Leichter Sprache lesen, sehen Sie oft ein kleines Logo: Easy to Read. Aber was bedeutet dieses Logo? Und wie bekommt man es?

    Was ist das Easy-to-Read Logo?

    Das Easy-to-Read Logo ist ein geschütztes Logo von Inclusion Europe, einer europäischen Organisation, die sich für die Rechte von Menschen mit intellektueller Beeinträchtigung einsetzt.

    Was zeigt das Logo?

    Wenn ein Dokument dieses Logo hat, dann zeigt das:

    • ✅ Der Text respektiert die Regeln der Leichten Sprache
    • ✅ Der Text wurde von Menschen aus der Zielgruppe validiert
    • ✅ Der Text ist offiziell als „Leichte Sprache“ anerkannt

    Warum ist das Logo wichtig?

    1. Vertrauen
    Wenn Sie das Logo sehen, wissen Sie, dass der Text wirklich einfach zu lesen ist. Es ist nicht nur ein besser geschriebener Text – es ist ein Text, der nach internationalen Standards erstellt wurde.

    2. Erkennbarkeit
    Menschen, die Leichte Sprache brauchen, erkennen das Logo direkt. Sie wissen dann: „Dieser Text ist für mich!“

    3. Qualitätsgarantie
    Nicht jeder darf das Logo auf seine Texte setzen. Es gibt klare Kriterien, die erfüllt werden müssen.

    Wie bekommt man das Easy-to-Read Logo?

    Schritt 1: Die Regeln respektieren

    Ihr Text muss:

    • Kurze Sätze haben
    • Einfache Wörter benutzen
    • Eine klare Struktur haben
    • Von Bildern oder Piktogrammen unterstützt werden
    • Alle anderen Regeln von Inclusion Europe respektieren

    Schritt 2: Schulung oder Training

    Es ist empfohlen, eine Schulung in Leichter Sprache zu machen. In Luxemburg bieten diese Schulungen an:

    • Klaro – Hauptorganisation für Leichte Sprache
    • INAP – Institut national d’administration publique
    • UFEP – Unité de Formation et d’Éducation Permanente
    • IFEN – Institut de formation de l’éducation nationale

    Schritt 3: Relecture durch Experten

    Um das Inclusion Europe Logo zu bekommen, muss der Text von einem Atelier mit Menschen aus der Zielgruppe validiert werden.

    In Luxemburg sind das:

    • Atelier Isie (APEMH/Klaro)
    • Prüfer-Gruppe des CDI

    Diese Menschen:

    • Lesen den Text
    • Markieren Stellen, die schwer zu verstehen sind
    • Schlagen Verbesserungen vor
    • Entscheiden, ob der Text validiert werden kann

    Schritt 4: Anpassungen

    Wenn die Prüfer Änderungen vorschlagen, muss der Text angepasst werden. Dies kann einige Male hin und her gehen.

    Schritt 5: Finale Genehmigung

    Wenn alle Prüfer zufrieden sind, bekommen Sie eine Bestätigung. Jetzt dürfen Sie das Easy-to-Read Logo auf Ihrem Dokument benutzen!

    Wie viel kostet es?

    Bei Klaro in Luxemburg:

    • Die Schulungen haben einen Preis (abhängig von der Schulung)
    • Die Relecture durch das Atelier Isie ist eine Leistung, die bezahlt werden muss
    • Details finden Sie auf klaro.lu

    Beim CDI:

    • Für den SNEI und Kompetenzzentren (aktuell kostenlos im Rahmen ihres Service)
    • Zukünftige Regeln für andere Organisationen noch nicht definiert

    Unterschiede in der Benutzung des Logos

    ⚠️ Nicht jeder kann das Logo benutzen!

    Wenn Sie nur „inspiriert“ von Leichter Sprache sind, aber keinen offiziellen Validierungsprozess durchlaufen haben, dürfen Sie das Logo nicht benutzen.

    Sie können aber schreiben:

    • „Dieser Text ist in einer einfachen Sprache geschrieben“
    • „Dieser Text ist inspiriert von Leichter Sprache“
    • „Wir haben versucht, diesen Text so einfach wie möglich zu schreiben“

    Was sind die Regeln von Inclusion Europe?

    Inclusion Europe hat detaillierte Regeln entwickelt, die für alle europäischen Sprachen angepasst werden können. Die Hauptregeln sind:

    Inhalt:

    • Wichtige Informationen kommen zuerst
    • Eine Idee pro Absatz
    • Logischer Aufbau

    Sprache:

    • Einfache Wörter
    • Kurze Sätze (maximal 15 Wörter)
    • Aktiv-Stimme
    • Positive Formulierungen

    Design:

    • Große und klare Schriftart (14pt/16px oder größer)
    • Genügend Zeilenabstand
    • Genügend Kontrast zwischen Text und Hintergrund
    • Keine Blocksatz-Ausrichtung

    Bilder:

    • Illustrationen, die helfen, den Text zu verstehen
    • Klare Piktogramme
    • Fotos wenn nötig

    Beispiele für validierte Texte mit Logo

    In Luxemburg finden Sie das Easy-to-Read Logo auf:

    • Guichet.lu – Verwaltungsprozeduren
    • Infocrise.lu – Notfallinformationen
    • Klaro.lu – Ressourcen und Guides
    • Mediation Scolaire – Schulinformationen
    • ZPB – Wahlinformationen

    International – Auch in anderen Ländern

    Das Easy-to-Read Logo von Inclusion Europe wird in ganz Europa benutzt:

    • Deutschland: „Leichte Sprache“ Logo
    • Frankreich: „FALC“ Logo
    • Belgien: FALC.be mit Logo
    • Österreich: „Leicht Lesen“ Logo
    • … und noch viele andere Länder und Sprachen!

    Alternativen zum Easy-to-Read Logo

    Es gibt auch andere Qualitätssiegel:

    • Netzwerk Leichte Sprache (Deutschland)
    • capito (Österreich, Deutschland, Schweiz)
    • FALC.be (Belgien)

    Aber das Easy-to-Read Logo von Inclusion Europe ist der internationale Standard.


    Quellen:

    • Inclusion Europe: Easy-to-Read Standards and Guidelines
    • klaro.lu: Le FALC, c’est quoi?
    • Projekt-Dokumentation: FALC – Informationen
    • Infocrise.lu und Guichet.lu: Impressum zu validierten Texten
    • COMED (2020): „Le langage facile, ce n’est pas si simple“
  • Die Brailleschrift: Wie funktioniert die Tastschrift, und wo begegnet man ihr in Luxemburg?

    Die Brailleschrift: Wie funktioniert die Tastschrift, und wo begegnet man ihr in Luxemburg?

    Die Brailleschrift ist eine Tastschrift, die blinden und stark sehbeeinträchtigten Menschen das Lesen mit den Fingern ermöglicht. Sie wurde 1825 von Louis Braille entwickelt, der selbst blind war. Das Schriftsystem beruht auf Kombinationen erhabener Punkte, die in kleinen Rastern mit sechs Punkten angeordnet sind. Bis heute ist Braille ein zentraler Schlüssel zu Selbstständigkeit und Teilhabe am sozialen, beruflichen und kulturellen Leben: Man findet sie auf Medikamentenverpackungen, in Aufzügen, auf angepassten Tastaturen oder auf Braillezeilen, die mit einem Computer, Tablet oder Smartphone verbunden werden. In Luxemburg wird eine europaweit standardisierte Variante genutzt, mit der sich die drei Landessprachen darstellen lassen. In diesem Artikel erklären wir, wie diese Schrift funktioniert, welche Computer-Varianten es gibt und wie sie im Alltag konkret genutzt wird.

    Braille ist vor allem ein Werkzeug der Teilhabe

    Dank Braille können blinde und stark sehbeeinträchtigte Menschen am Computer arbeiten, Bücher und Zeitschriften lesen, Schilder verstehen oder Fahrpläne lesen. Braille findet sich auf Medikamentenverpackungen, in Aufzügen, auf Handläufen oder Türschildern. Es gibt Tastaturen, Lineale, Taschenrechner, Kalender und Landkarten in Braille – und noch viele weitere angepasste Gegenstände.

    Informationen in Braille sollten im öffentlichen und beruflichen Raum jedoch noch selbstverständlicher werden: Für blinde und sehbeeinträchtigte Menschen bleibt Braille ein Schlüssel zu gleichberechtigter Teilhabe. Wer diese Teilhabe fördern möchte, sollte Braille von Anfang an in künftige Beschilderungs- oder Dokumentationsprojekte einplanen.

    Seit 2019 begeht die Organisation der Vereinten Nationen jedes Jahr am 4. Januar den Welt-Braille-Tag, in Erinnerung an den Geburtstag von Louis Braille, geboren am 4. Januar 1809. Dieser Tag erinnert daran, dass die Brailleschrift auch zwei Jahrhunderte nach ihrer Erfindung ein unverzichtbares Mittel für den Zugang zu Information und Bildung für blinde und sehbeeinträchtigte Menschen bleibt.

    Von einem blinden Jugendlichen erfunden: die Brailleschrift von 1825

    Die Braille-Schrift, auch Blindenschrift oder Punktschrift genannt, hat ihren Namen von ihrem Erfinder Louis Braille. Er erblindete als Kind durch einen Unfall und entwickelte das Schriftsystem 1825 als Schüler am Institut royal des jeunes aveugles in Paris. Es handelt sich um eine Schrift, die blinden und stark sehbeeinträchtigten Menschen das Lesen anhand des Tastsinns ermöglicht – ohne auf eine visuelle Lesung oder eine dritte Person angewiesen zu sein.

    Das Sechs-Punkte-Raster als Basis der Schrift

    Die Schriftzeichen bestehen aus kleinen Punkten, die als Erhebungen aus glattem Papier herausragen und von der Rückseite eingeprägt werden. Auf der Vorderseite lassen sie sich mit den Fingerspitzen ertasten. Ein Schriftzeichen besteht aus einem Raster mit sechs Punkten, angeordnet in zwei Spalten und drei Reihen. Je nach Kombination der Punkte ergeben sich verschiedene Buchstaben, Umlaute und Satzzeichen.

    Ein Raster mit sechs Punkten bietet 64 mögliche Kombinationen (63 Zeichen oder Symbole und eine leere Kombination). Das reicht nicht aus, um alle Buchstaben, Umlaute, Großbuchstaben und Satzzeichen abzubilden – deshalb kennt die Basisschrift nur Kleinbuchstaben. Ein Sonderzeichen vor einem Buchstaben zeigt an, dass er als Großbuchstabe zu lesen ist, und ein entsprechendes Zeichen vor einer Zahl weist darauf hin, dass es sich um eine Ziffer handelt.

    Braille kann für alle Sprachen mit Schriftzeichen genutzt werden, aber auch für spezielle Notationen: Es gibt eigene Braille-Systeme für Mathematik, Chemie und Musik. Daneben existieren Kurzschrift- und Stenografie-Varianten, die schneller zu schreiben und zu lesen sind als die Basisschrift. Ein Text in Braille benötigt etwa dreimal so viel Platz wie derselbe Text in Schwarzschrift, was das größere Format von Braille-Büchern erklärt. Genaue Vorgaben zu Größe, Höhe und Abstand der Punkte sorgen dafür, dass sie zuverlässig ertastet werden können.

    Vom Papier zum Computer: Computerbraille und Eurobraille

    Neben dem klassischen 6-Punkte-System gibt es das Computerbraille: ein allgemeiner Begriff für Braille-Schriften mit acht Punkten. Diese Erweiterung ermöglicht insgesamt 255 Kombinationen (plus eine leere Zelle) – genug, um Buchstaben, Ziffern und Sonderzeichen darzustellen, die für die Arbeit am Computer notwendig sind.

    Eurobraille ist eine 8-Punkt-Computerbraille-Variante, die zur Vereinheitlichung der westeuropäischen Braille-Schriften entwickelt wurde. Dank der vielfältigen Kombinationsmöglichkeiten werden Buchstaben mit Umlauten oder Akzentzeichen einheitlich codiert, sodass dieselben Zeichen in allen betroffenen europäischen Sprachen gleich aussehen. Hersteller wie das französische Unternehmen Eurobraille bieten heute Geräte an, die Notizgerät, Braille-Computer und Braillezeile in einem kompakten Gerät vereinen.

    Eurobraille, der Standard in Luxemburg

    In Luxemburg ist Eurobraille die offizielle Braille-Schrift. Mit ihr lassen sich die drei Landessprachen darstellen – sowohl für gedruckte Texte als auch für digitale Medien. Je nach Situation kommen auch sprachspezifische 6-Punkt-Systeme zum Einsatz, und viele Menschen nutzen im Alltag die Kurzschrift ihrer Sprache, auch wenn diese nicht für offizielle Mitteilungen verwendet wird.

    Die Fondation Lëtzebuerger Blannevereenegung (FLB) ist die zentrale Organisation in Luxemburg für die Begleitung blinder und sehbeeinträchtigter Menschen. Sie bietet unter anderem Orientierungs- und Mobilitätskurse sowie eine Hörbücherei an, ergänzend zu den Braille-Materialien, die in Schule und Alltag genutzt werden.

    Lesen und Schreiben mit Computer, Tablet oder Smartphone

    Für die Arbeit am Computer sind eine Screenreader-Software und eine Braillezeile hilfreich:

    • Eine Screenreader-Software liest den Text auf dem Bildschirm vor.
    • Die Braillezeile (auch Braille-Display genannt) besteht aus kleinen Stiften, die sich mechanisch heben und senken, um Zeichen zu bilden. Die Informationen vom Bildschirm werden ihr durch die Screenreader-Software übermittelt. Sie kann nicht nur mit einem Computer, sondern auch mit einem Tablet oder Smartphone genutzt werden, häufig über eine Bluetooth-Verbindung.

    Zum Schreiben am Computer nutzen blinde Menschen die Standard-Tastatur oder eine Braille-Tastatur.

    Gut zu wissen

    Es gibt kostengünstige, tragbare Prägegeräte, mit denen sich Braille-Zeichen auf selbstklebende Bänder und Etiketten prägen lassen – eine einfache Lösung, um Alltagsgegenstände barrierefrei zu machen.

    Quellen

  • Klaro im Detail – Wie das Kompetenzzentrum funktioniert

    Klaro im Detail – Wie das Kompetenzzentrum funktioniert

    Das Herz der Leichten Sprache in Luxemburg

    Klaro ist das offizielle Kompetenzzentrum für Leichte Sprache in Luxemburg und gehört zur APEMH Menschen mit einer intellektuellen Beeinträchtigung und deren Familien.

    Wann ist Klaro entstanden?

    Im Jahr 2011 hat Luxemburg die UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen unterzeichnet. Ein Jahr später, 2012, wurde Klaro gegründet. Seitdem setzt sich das Zentrum dafür ein, dass Leichte Sprache im ganzen Land genutzt werden kann.

    Wie funktioniert Klaro?

    Heute arbeiten drei Personen bei Klaro. Ihre Hauptaufgaben sind:

    1. Informieren und Sensibilisieren
    Klaro ist für jeden da – für Personen und Organisationen, die sich über Leichte Sprache und barrierefreie Kommunikation informieren möchten.

    2. Schulungen anbieten
    Mitarbeiter von Klaro geben auch Kurse. Die Schulungen zeigen, wie man Texte klarer schreiben und Dokumente zugänglicher gestalten kann. Viele Workshops und Coachings finden im Schloss in Bettemburg statt, aber auch am INAP, um die öffentliche Verwaltung zu unterstützen.

    3. Übersetzungen und Validierung
    Wenn ein Text in Leichter Sprache geschrieben wird, sendet man diesen an Klaro. Klaro schickt den Text an ihre Mitarbeiter mit intellektueller Beeinträchtigung, um den Text zu prüfen. Die Prüfgruppe aus den APEMH-Werkstätten arbeitet mit Klaro zusammen, um zu überprüfen, ob ein Text wirklich einfach zu verstehen ist.

    Zusammenarbeit mit anderen Partnern

    Klaro arbeitet eng mit dem Zentrum für die Luxemburgische Sprache (ZLS) zusammen an der Entwicklung von Regeln für eine Leichte Sprache auf Luxemburgisch. Diese Regeln sollen bis Ende 2025 fertig sein.

    Klaro ist auch Partner von Guichet.lu, Infocrise.lu und vom Familien- und Integrationsministerium. Klaro hilft auch bei anderen europäischen Initiativen wie Accessilingua, einem Tool mit Künstlicher Intelligenz für automatische Übersetzungen in Leichte Sprache.

    Warum ist Klaro wichtig?

    Ohne Klaro wäre es schwierig für Luxemburg, große Mengen an Texten in Leichter Sprache zu produzieren. Der Prozess ist komplex und zeitaufwendig. Aber dank Klaro können Ministerien, Gemeinden, Schulen und auch private Organisationen ihre Informationen zugänglich machen – und damit mehr Menschen erreichen und zur Teilhabe befähigen.


  • Wo finden wir Leichte Sprache im Alltag in Luxemburg?

    Wo finden wir Leichte Sprache im Alltag in Luxemburg?

    Vielleicht fragen Sie sich: „Wo finden wir eigentlich Leichte Sprache in Luxemburg?“ Die Antwort: An immer mehr Orten! Wir zeigen Ihnen die wichtigsten Beispiele.

    Guichet.lu – Das Portal für Verwaltungsdienste

    Seit Dezember 2019 hat das Redaktionsteam von Guichet.lu eine Serie von Merkblättern in Leichter Sprache auf Deutsch veröffentlicht. Im Juni 2022 ist das erste Merkblatt auch in FALC (Facile à lire et à comprendre) verfügbar geworden.

    Was finden wir auf Guichet.lu in Leichter Sprache?

    Das erste Merkblatt in Leichter Sprache war der Pacte civil de solidarité (PACS). Die Rubrik „Easy-to-read“ auf Guichet.lu bietet jetzt eine große Auswahl an Verfahren, die sowohl auf Deutsch als auch auf Französisch in Leichter Sprache geschrieben sind.

    Welche Themen werden behandelt?

    Merkblätter auf Guichet.lu betreffen alle Bereiche des Alltags der Bürger. Beispiele:

    • PACS (Zivilpakt)
    • Umzug melden
    • Wahlverfahren
    • Soziale Hilfe
    • Familien-Dokumente

    Für die Gemeindewahlen 2023 hat Guichet.lu neue Informationsseiten in Leichter Sprache veröffentlicht, die das Verfahren für die Gemeindewahlen in Luxemburg erklären.

    Kürzlich, im April 2026, wurde ein Artikel über den „Bilan 30“ in Leichter Sprache veröffentlicht.

    Welche Sprachen?

    Auf Guichet.lu finden Sie Texte hauptsächlich in:

    • Leichte Sprache (Deutsch) – die meisten Texte
    • FALC (Französisch) – seit 2022
    • Die Liste wird regelmäßig erweitert

    Ein großer Erfolg

    Im Januar 2020 berichtete RTL, dass in diesem Jahr über 3000 Aufrufe von den Internetseiten mit Artikeln in Leichter Sprache gezählt wurden. Das Feedback der Nutzer war positiv. Das Pilotprojekt des CTIE hat gezeigt, dass es eine große Nachfrage für Texte in Leichter Sprache gibt.

    Infocrise.lu – Wichtige Informationen im Notfall

    Auf Infocrise.lu finden Sie wichtige Dokumente in Leichter Sprache über verschiedene Notfallsituationen:

    Verfügbare Dokumente:

    Warum ist das so wichtig?

    Im Notfall muss jeder wissen, was zu tun ist. Die Broschüre „Was machen wir bei Atomalarm?“ zum Beispiel gibt es in vielen Sprachen (Deutsch, Englisch, Französisch, Luxemburgisch und Portugiesisch). Die Information muss schnell und klar sein – für jeden.

    Mehr als nur Texte

    Infocrise.lu bietet:

    • PDF-Dokumente zum Herunterladen
    • Klare Anweisungen mit Bildern
    • Informationen über Apps wie GouvAlert
    • Erklärungen der Sirenen-Signale

    Die Mitarbeiter des Innenministeriums haben die Texte in Leichter Sprache zusammen mit Klaro und der Prüfgruppe der APEMH-Ateliers erstellt. Die Piktogramme kommen auch von Klaro.

    Zentrum für politische Bildung (ZPB) – Informationen über Wahlen

    2017 hat das ZPB schon zusammen mit Klaro ein Heft und ein Plakat zu den Gemeindewahlen in Leichter Sprache herausgegeben.

    Zugängliche Wahlen seit 2023: Für die Parlamentswahlen 2023 hat die Regierung zusammen mit Klaro, dem ZPB, Info-Handicap und anderen Partnern ein ganzes Paket an Maßnahmen eingeführt, um Wahlen zugänglich zu machen:

    • Wahlinformationen in Leichter Sprache (Deutsch, Französisch, Englisch)
    • Taktile Wahlmodelle für Menschen mit Sehbehinderung
    • Transportmittel (Adapto) für den Transport zum Wahlbüro
    • Wahlrecht für alle Erwachsenen, auch die unter Vormundschaft
    • Verbessertes Layout des Wahlzettels mit Logos der Parteien
    • Informationsabende mit Politikern für Menschen mit Leseschwierigkeiten

    Mediation Scolaire – Schulsituationen verstehen

    Die Mediation Scolaire bietet Informationen und Ressourcen an, die helfen, Schulsituationen besser zu verstehen. Auf ihrer Webseite finden Sie Texte in Leichter Sprache (auf Deutsch), die sowohl die Rolle der Mediation als auch die Rechte von Schülern erklären.

    Was ist besonders?

    Auf MediationScolaire.lu werden Texte in der deutschen Leichten Sprache präsentiert, aber es gibt auch eine Version auf Luxemburgisch in einfacher Sprache – weil es noch keine offiziellen luxemburgischen Regeln für Leichte Sprache gibt.

    Dokument-Vorlagen: Alltags-Dokumente einfach verstehen

    Klaro hat auch ein paar Dokument-Vorlagen entwickelt, die für jeden frei zur Verfügung stehen:

    1. Mietvertrag (Bail) in Leichter Sprache Ein Mietvertrag hat oft komplizierte juristische Sätze. Das Mietvertrag-Modell in Leichter Sprache hilft Menschen, die eine Wohnung mieten, ihre Rechte und Pflichten besser zu verstehen.

    2. Gehaltszettel (Paiziedel/fiche de Paie) in Leichter Sprache Der Gehaltszettel ist voll mit Abkürzungen und komplizierten Begriffen. Ein Modell in Leichter Sprache hilft Arbeitnehmern zu verstehen, was sie verdienen und was abgezogen wird.

    An welchen anderen Orten?

    Kulturelle Einrichtungen: Museen und Bibliotheken fangen an, Texte in Leichter Sprache anzubieten. Dies macht Kultur für jeden zugänglicher.

    Gesundheitsinformationen: Verschiedene Gesundheitsinformationen, besonders zu COVID-19, wurden während der Pandemie in Leichter Sprache verfügbar gemacht.

    Gemeinde-Informationen: Immer mehr Gemeinden fangen an, wichtige Informationen in Leichter Sprache zu veröffentlichen.


  • Wie schreiben wir in Leichter Sprache? Eine praktische Anleitung

    Wie schreiben wir in Leichter Sprache? Eine praktische Anleitung

    Mehr als nur einfache Wörter

    Viele Leute denken, Leichte Sprache wäre ganz einfach: Einfach kurze Sätze schreiben und einfache Wörter benutzen. Aber es geht nicht nur um die Auswahl der Wörter und Sätze. Ein Text in Leichter Sprache muss optimiert werden, das heißt: Überflüssige Elemente weglassen, fehlenden Kontext hinzufügen.

    Wir erklären Ihnen wie es funktioniert!

    Die Grundregeln

    Leichte Sprache basiert auf einem Set von Regeln der europäischen Organisation Inclusion Europe. Diese Regeln wurden für jede Sprache angepasst. In Luxemburg gelten die deutschen Regeln für Leichte Sprache und die französischen Regeln für FALC – Facile à lire et à comprendre.

    Die wichtigsten Regeln im Überblick

    1. Wörter und Vokabular

    • Einfache Wörter benutzen
    • Komplizierte Wörter erklären
    • Eine Form des Wortes benutzen (z.B. „Wähler“ statt „Wählerinnen und Wähler“)
    • Keine Abkürzungen

    2. Sätze und Grammatik

    • Kurze Sätze (maximal 1 Idee pro Satz)
    • Direkte Formulierungen: Subjekt – Verb – Verbkomplement
    • Aktiv verwenden (nicht Passiv)
    • Positive Formulierungen (statt Verneinungen)

    3. Struktur des Textes

    • Wichtige Informationen kommen am Anfang
    • Ein Absatz = eine Idee
    • Unterüberschriften für klare Struktur
    • Beispiele aus dem Alltag benutzen

    4. Visuelle Gestaltung

    • Text nicht im Blocksatz
    • Auf den Kontrast achten
    • Eine passende Schrift benutzen (keine Serifen, groß genug)
    • Großzügiger Zeilenabstand
    • Kein Zeilenumbruch (Worttrennung)
    • Keine kursive Schrift (Italique)

    5. Bilder und Piktogramme

    Neben dem Text ist es sehr wichtig, das Dokument gut zu strukturieren und passende Illustrationen und Piktogramme zu benutzen.

    Ein konkretes Beispiel

    Nehmen wir die deutsche Leichte Sprache

    Original:

    „Die COPAS vertritt die Pflegedienstleister in Luxemburg, die im Bereich der Betreuung und Pflege von älteren und kranken Menschen tätig sind oder in der Betreuung von Menschen mit psychischen Erkrankungen und einer Behinderung.

    Die COPAS zählt 58 Mitglieder, die nahezu alle Wohneinrichtungen für ältere Menschen, Tagesstätten für ältere Menschen, Betreuungsstätten für Menschen mit einer Behinderung, ambulante Pflegedienste und Strukturen für Menschen mit psychiatrischen Erkrankungen im Großherzogtum umfassen.

    Diese Einrichtungen beschäftigen mehr als 13.000 Mitarbeiter in der Betreuung pflegebedürftiger Menschen.“

    In Leichter Sprache:

    „Die COPAS ist ein Dach-Verband.
    Ein Dach-Verband ist wie ein Verein oder eine Gruppe.
    Hier ist es eine Gruppe von Firmen.

    Diese Firmen bieten Hilfs- und Pflege-Dienste in Luxemburg an.
    Wir schreiben hier für all diese Dienste: Hilfs-Dienste.
    Die Dienste unterstützen Menschen, die Hilfe brauchen.
    Zum Beispiel: alte Menschen, kranke Menschen, Menschen mit einer Behinderung.

    Die COPAS ist der Dach-Verband für diese Hilfs- und Pflege-Dienste.
    Wir sagen für diese Dienste auch: Firma (Firmen), Betrieb.

    Zu der COPAS gehören 58 Firmen:
    Die Firmen sind Mitglied oder „Member“ in der COPAS.
    In den Firmen arbeiten mehr als 13 000 Menschen (13 Tausend).

    Zu den Mitgliedern der COPAS gehören:

    Wohnstrukturen für ältere Menschen
    Einrichtungen für Menschen mit einer Behinderung
    Einrichtungen für Menschen mit einer psychischen Erkrankung
    ambulante Hilfs- und Pflege-Dienste: 
diese Dienste fahren zu den Menschen nach Hause.
    Sie helfen zum Beispiel beim Waschen oder Anziehen.“

    Wie viel Zeit braucht man?

    Man braucht ungefähr 2 Stunden, um einen einzigen Text von 500 Wörtern in Leichte Sprache zu übersetzen. Das ist viel mehr Arbeit als eine normale Übersetzung, weil man den Text komplett neu strukturieren muss.

    Validierung: Der wichtigste Schritt

    Nachdem Sie Ihren Text geschrieben haben, schicken Sie ihn an Klaro. Dort wird der Text an den Workshop „Isie“ geschickt. Diese Prüfer sind Menschen mit intellektueller Beeinträchtigung, die für diese Arbeit bezahlt werden.

    Es kann ein Austausch zwischen den Autoren und den Prüfern stattfinden. Die Prüfer schlagen regelmäßig Verbesserungen vor. Wenn der Text validiert ist und die Regeln respektiert, bekommt er das Logo „Easy to Read“ von Inclusion Europe.

    Eine wichtige Nuance

    Die Prüfer vom Atelier Isie lesen hauptsächlich Texte auf Deutsch in Leichter Sprache, weil Deutsch einfacher für Luxemburger ist. Aber wegen der multilingualen Situation im Land empfiehlt Klaro zwei Versionen von jedem Text: einmal in „Leichte Sprache“ und einmal in FALC. Die Wahl hängt aber von der Zielgruppe ab.

    Warum so viel Arbeit?

    Ein Sprachniveau B2-C1 (normale administrative Texte) ist viel zu schwierig für viele Leute. Leichte Sprache entspricht einem Niveau A1. Dies erlaubt es Personen mit intellektueller Beeinträchtigung, die Information zu verstehen – aber auch Leuten, die nicht gut Deutsch oder Französisch können.

    Tipp: Wenn Sie mit Leichter Sprache anfangen wollen, können Sie eine Fortbildung bei Klaro machen. Sie bieten regelmäßig Kurse bei den Organisationen INAP, UFEP und IFEN an.


  • CDI – Leichte Sprache im Bildungsbereich in Luxemburg

    CDI – Leichte Sprache im Bildungsbereich in Luxemburg

    Wenn Bildung Leichte Sprache braucht

    Neben Klaro gibt es noch einen anderen wichtigen Akteur im Bereich Leichte Sprache in Luxemburg: Den Service Leichte Sprache vom Centre pour le développement intellectuel (CDI). Aber was ist das CDI und was macht ihr Service?

    Was ist das CDI?

    Das CDI ist ein Kompetenzzentrum in Luxemburg für Schüler mit intellektueller Beeinträchtigung.

    Das CDI bietet Betreuung für Kinder und Jugendliche mit intellektueller Beeinträchtigung an. Dies beinhaltet:

    • Ein Defizit in den kognitiven Funktionen (Sprache, Lesen, Rechnen, Verständnis von Regeln, Autonomie)
    • Einen Mangel an adaptiven Funktionen im Alltag (Kommunikation, soziale Teilhabe, Selbstständigkeit)

    Der Service Leichte Sprache – Was macht er?

    Der Service Leichte Sprache, der zum CDI gehört, hat zwei Hauptziele: Leichte Sprache zu fördern und Texte in Leichte Sprache zu übersetzen.

    Die Missionen des CDI:

    Eine der Missionen des CDI ist es, Informationen für jeden zugänglich zu machen. Dafür verwendet das CDI Leichte Sprache.

    Diese macht das Lesen für jeden einfacher, besonders für Personen mit intellektueller Entwicklungsstörung, Menschen mit Sehproblemen, Legastheniern, ältere Menschen und viele andere.

    Für wen ist der CDI-Service da?

    Der Service national de l’éducation inclusive (SNEI), sowie alle Kompetenzzentren können ihre Anfragen für Übersetzungen einreichen.

    Was ist der SNEI?

    Der Service national de l’éducation inclusive hat als Mission die Förderung der inklusiven Bildung und die Entwicklung der Qualität der Betreuung von Schülern mit spezifischen Bildungsbedürfnissen zu garantieren.

    Wie viele Kompetenzzentren gibt es?

    In Luxemburg gibt es acht Kompetenzzentren und eine Agentur, die spezialisiert sind, um auf die spezifischen Bedürfnisse zu reagieren, die Schüler haben können:

    1. Centre pour le développement des compétences langagières, auditives et communicatives (Centre de logopédie, CL)
    2. Centre pour le développement des compétences relatives à la vue (CDV)
    3. Centre pour le développement socio-émotionnel (CDSE)
    4. Centre pour le développement des apprentissages Grande-Duchesse Maria Teresa (CDA)
    5. Centre pour le développement moteur (CDM)
    6. Centre pour le développement intellectuel (CDI)
    7. Centre pour enfants et jeunes présentant un trouble du spectre de l’autisme (CTSA)
    8. Centre pour enfants et jeunes à haut potentiel (CEJHP)
    9. Agence pour la transition vers une vie autonome (ATVA)

    All diese Zentren können den Service Leichte Sprache vom CDI nutzen!

    Wie funktioniert die Anfrage?

    Anfragen für Übersetzungen können via Formular auf der Internetseite eingereicht werden. Der Service Leichte Sprache kontaktiert den Antragsteller, um die nächsten Schritte zu klären.

    Die Etappen der Arbeit beim CDI:

    Die Webseite des CDI zeigt ein Diagramm mit den verschiedenen Schritten:

    1. Anfrage – Text einreichen
    2. Übersetzung – Team übersetzt den Text
    3. Relecture – Prüfer aus dem CDI prüfen den Text
    4. Validierung – Text wird freigegeben
    5. Lieferung – Fertigen Text zurückschicken

    Wer ist das Team?

    Das Team besteht aktuell aus einem Berater in der Leichten Sprache, einem Koordinator, Übersetzern, die in Leichter Sprache ausgebildet sind, und aus Prüfern, darunter Schüler vom CDI.

    Prüfer aus dem CDI:

    Genau wie beim Atelier Isie von Klaro, kommen auch beim CDI die Prüfer aus der Zielgruppe: Schüler vom CDI mit intellektueller Beeinträchtigung, die ihr Feedback geben, ob ein Text wirklich einfach zu verstehen ist.

    Unterschied zwischen CDI und Klaro

    AspektKlaro (APEMH)CDI Service
    ZielgruppeAlle Verwaltungen, Firmen, OrganisationenHauptsächlich SNEI und Kompetenzzentren
    BereichAllgemeine Leichte SpracheBildungsbereich
    SprachenFALC + Leichte Sprache + Liicht SproochFALC + Leichte Sprache
    PrüferAtelier IsieCDI-Schüler
    Zukünftige PläneLuxemburger Regeln entwickelnErweiterung auf Verwaltungen des Bildungsministeriums

    Warum zwei Services?

    Es macht Sinn, zwei Services zu haben:

    Spezialisierung Der CDI-Service kennt den Bildungskontext gut und ist spezialisiert auf Materialien für Schüler.

    Kapazität Mit zwei Services können mehr Texte in kürzerer Zeit produziert werden.

    Netzwerk Der CDI-Service ist direkt mit den Kompetenzzentren und dem SNEI verbunden – das vereinfacht die Kommunikation.

    Prüfer-Pool Mehr Prüfer = mehr Diversität im Feedback.

    Wichtigkeit für die Bildung

    Was beim CDI wichtig ist, ist die Inklusion und eine maximale Teilhabe an der Gesellschaft. Das heißt: Alle Personen haben dieselben Rechte. Alle Personen sind überall inkludiert. Alle Personen entscheiden ihr eigenes Leben selbst.

    Leichte Sprache in der Bildung bedeutet:

    • Schüler mit spezifischen Bedürfnissen können ihre Schulmaterialien besser verstehen
    • Eltern können besser mit Lehrern kommunizieren
    • Dokumente sind für jeden zugänglich

    Die Zukunft des Service

    Der Service Leichte Sprache vom CDI ist noch relativ jung, aber die Pläne sind ambitioniert.

    In naher Zukunft wird das Angebot des Service Leichte Sprache auf andere Verwaltungen des Bildungsministeriums erweitert.

    Das heißt: Mehr Schulen, mehr Services, mehr Bildungsinstitutionen können in Zukunft Leichte Sprache-Texte beim CDI anfragen.

    Kontakt:

    Centre pour le développement intellectuel Service Leichte Sprache 5, rue Thomas Edison L-1445 Strassen

    Tel.: +352 247-55700 E-mail: leichte.sprache@cc-cdi.lu


    Quellen:

  • Barrierefreie Wahlen in Luxemburg – Leichte Sprache, Wahlrecht und Maßnahmen für Inklusion

    Barrierefreie Wahlen in Luxemburg – Leichte Sprache, Wahlrecht und Maßnahmen für Inklusion

    Weil jeder wählen können muss

    Wählen ist ein Grundrecht. Aber was ist, wenn Wahlunterlagen zu kompliziert sind? Wenn das Wahllokal nicht barrierefrei ist? Wenn man die Prozedur nicht versteht? In Luxemburg wird viel getan, damit jeder seine demokratischen Rechte ausüben kann.

    Warum ist Barrierefreiheit bei Wahlen so wichtig?

    Laut Artikel 29 der UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen (UN-BRK) muss der Staat dafür sorgen, dass der Zugang zu den Wahlen erleichtert wird – unter anderem durch barrierefreie Verfahren.

    Wenn Menschen mit einer Behinderung wählen, können sie ihre politischen Rechte effektiv ausüben und auf diese Weise auch indirekt Entscheidungen beeinflussen, von denen auch sie betroffen sind.

    Was macht Luxemburg für barrierefreie Wahlen?

    Die luxemburgische Regierung hat zusammen mit verschiedenen Partnern eine ganze Reihe von Maßnahmen eingeführt, um Wahlen barrierefrei zu gestalten:

    Informationen in Leichter Sprache

    Check Politik – Wahlhefte in Leichter Sprache

    Das Zentrum für politische Bildung (ZPB) und Klaro arbeiten bereits seit 2017 zusammen, um Wahlinformationen in Leichter Sprache zu veröffentlichen.

    „Check Politik“ ist eine Heftreihe mit Inhalten in leichter Sprache. Das Ziel ist es, Informationen zu politischen und sozialen Themen einem breiten Publikum zugänglich zu machen und so möglichst viele Menschen zur Ausübung ihres Wahlrechts zu ermutigen.

    Für die Parlamentswahlen 2023 wurde die Ausgabe „Le Luxembourg élit son parlement“ aktualisiert. Dieses Heft bietet in leichter Sprache Basisinformationen zu den Parlamentswahlen.

    Das Heft ist auf Deutsch, Französisch und Englisch verfügbar und kann auf www.zpb.lu oder www.elections.public.lu heruntergeladen werden.

    Leicht verständliche Wahlanweisungen

    Im Hinblick auf die Parlamentswahlen hat das ZPB leicht verständliche Wahlanweisungen auf Deutsch und auf Französisch erstellt. Diese Publikation beschreibt die verschiedenen Möglichkeiten, den Stimmzettel richtig (gültig) auszufüllen.

    Die Gemeinden können diese an ihre Bürger verteilen oder im Gemeindeblatt und auf ihrer Webseite veröffentlichen.

    Einberufung in Leichter Sprache

    Die Einberufung und die Anweisungen für die Wähler werden vom Kompetenzzentrum für Leichte Sprache „Klaro“ in Leichter Sprache verfasst.

    Physische Barrierefreiheit

    Broschüre „Accessibilité des bureaux de vote“

    Einer der wichtigsten Grundsätze der UN-Konvention ist die volle und wirksame Beteiligung und Einbeziehung in die Gesellschaft. Daher ist es notwendig, den Zugang von Personen mit eingeschränkter Mobilität zu den Wahllokalen zu garantieren.

    Die Broschüre „Accessibilité des bureaux de vote“ (auf Französisch), die von Info-Handicap in Zusammenarbeit mit dem Kompetenzzentrum für Leichte Sprache „Klaro“ veröffentlicht wird, richtet sich an die Gemeinden und schlägt die notwendigen Maßnahmen vor.

    Transport zum Wahllokal

    Die Nutzer des Transportservices Adapto, die eine Adapto-Karte besitzen, haben die Möglichkeit, diesen Service für den Transport zum Wahllokal zu nutzen.

    Der Transport zum Wahllokal und zurück wird nicht vom jährlichen Kontingent der Fahrten abgezogen!

    Um eine solche Fahrt buchen zu können, können die Nutzer den Service mobiliteit.lu per Telefon unter 2465-2465 kontaktieren oder über die App adapto.lu eine Reservierung vornehmen.

    Wahlrecht für alle

    Einführung des Wahlrechts für Erwachsene unter Vormundschaft

    Durch die Änderungen des Wahlgesetzes, die seit dem 29. Juni 2023 gelten, haben Erwachsene unter Vormundschaft nun ein Wahlrecht und können am Wahlsonntag teilnehmen.

    Um jedoch zu vermeiden, dass dieses neue Recht für die betroffene Person zum Nachteil wird (zum Beispiel wenn sie nicht in der Lage ist, ihren politischen Willen auszudrücken), sind Erwachsene unter Vormundschaft von Amts wegen entschuldigt und werden strafrechtlich nicht verfolgt, wenn sie ihr Wahlrecht nicht ausüben.

    Begleitung in der Wahlkabine

    Artikel 79 des Wahlgesetzes wurde ebenfalls geändert. Damit haben wahlberechtigte Erwachsene, die unter Vormundschaft stehen oder eine dauerhafte visuelle, physische, mentale, intellektuelle oder sensorische Beeinträchtigung haben, nun die Möglichkeit, sich am Wahlsonntag in der Wahlkabine von einem Begleiter begleiten zu lassen.

    Taktiles Wahlmodell

    In Zusammenarbeit mit dem Centre pour le développement des compétences relatives à la vue (CDV) stellt die Regierung den Wählern mit einer Sehbehinderung ein taktiles Wahlmodell zur Verfügung.

    Diese taktile Wahlunterlage steht am Wahlsonntag in allen Wahllokalen zur Verfügung und kann im Fall der Briefwahl auch vom Wähler direkt beim CDV bestellt werden.

    Verbessertes Layout des Stimmzettels

    Logos der politischen Parteien

    Zum ersten Mal werden auf dem Stimmzettel die Logos der politischen Parteien mit abgebildet. Dies hilft Personen mit sensorischen oder kognitiven Beeinträchtigungen, die Zettel einfacher zu lesen und auszufüllen.

    Angepasstes Design

    Darüber hinaus wurde das Layout des Stimmzettels angepasst:

    • Angepasste Schriftart
    • Zusätzliche Kontraste
    • Größere Schrift

    So ist der Stimmzettel auch für Wähler mit einer Sehbeeinträchtigung barrierefreier.

    Themenabende mit Politikern und Wählern

    Um zu garantieren, dass alle Personen ihr Wahlrecht korrekt ausüben können, werden Informationsrunden organisiert, in denen Erklärungen zu den Programmen der politischen Parteien gegeben werden.

    Diese Veranstaltungen richten sich an Personen, die Schwierigkeiten haben, politische Programme zu verstehen. Mitglieder der politischen Parteien werden eingeladen, aktiv an diesen Informationsrunden teilzunehmen.

    Informationen zu diesen Veranstaltungen werden auf www.info-handicap.lu veröffentlicht.

    Offizielle Internetseite für die Wahlen

    Sämtliche Informationen zu den Projekten, die im Rahmen der Wahlen ins Leben gerufen werden, werden in barrierefreier Form auf der offiziellen Internetseite für die Wahlen www.elections.public.lu veröffentlicht.

    Bedeutung für die Demokratie

    Barrierefreie Wahlen sind nicht nur eine Möglichkeit – sie sind ein demokratisches Grundrecht. Wenn Menschen ihr Wahlrecht nicht ausüben können, weil die Informationen zu kompliziert sind oder weil sie physisch nicht ins Wahllokal kommen, dann wird ihnen ihr Grundrecht verweigert.

    Leichte Sprache ist damit nicht nur ein Werkzeug für Inklusion – sie ist ein Werkzeug für Demokratie!

    Aber es bleibt noch Arbeit. Jeder muss wählen können – ohne Barrieren.

    Weitere Informationen:


    Quellen:

    • gouvernement.lu – News (2023): Barrierefreie Wahlen für alle
    • elections.public. – Barrierefreiheit
    • Staatsministère a Ministère fir Famill (2023)
    • ZPB: Check Politik – Walinformatiounen
    • Klaro: Aberuffung a Liichter Sprooch
    • Info-Handicap: Broschür Accessibilité des bureaux de vote